Kammin in Pommern

Kammin empfängt uns mit zig Baustellen und Umleitungen. Zahlreiche Kreuzungen werden offenbar „in einem Rutsch“ in Kreisverkehre umgebaut. Nach einer großen Aussenschleife finden wir trotzdem zum Yachthafen am Bodden und los ging es.

Entlang der alten Stadtbefestigung laufen wir Richtung Dom. Von hier aus können wir schon den ehemals sonnenhellen, jetzt blassgelben Turm der Kirche der allerheiligsten Jungfrau Maria schauen.

Der Turm und die Turmfenster haben Schäden, die Windfahne hängt „auf halb acht“. Ein trauriger Anblick. Im Inneren wurde die Kirche mit Linoleum ausgelegt. Von vielleicht ehemaliger Pracht ihrer Erbauerzeit im 17. Jahrhundert ist leider nichts zu sehen.

   
    
 
Dahinter duckt sich fast der Kamminer Dom. Zur Zeit eingerüstet kündet dies zumindest Erhaltung des Bauwerkes an.

   
    
   
Die Aussenfassade ist frisch renoviert und sieht im unteren Teil schon wieder toll aus!

Die Kirche im Inneren ist gut erhalten, man kann sogar Führungen (auf Polnisch) erhalten. Der Dom schließt um 17 Uhr, für eine Besichtigung und/oder ein Gebet sollte man sich also früh entscheiden.

Außerdem kündet die wunderhübsche Orgel, dass sich auch ein Besuch der wöchentlichen Orgelkonzerte lohnen könnte. Die Termine finden sich am Aushang im Vorraum.

Im Dom empfiehlt sich auf jeden Fall die Besichtigung des Domschatzes (2 Zl pro Person). Zu sehen gibt es neben mitgebrachten Kirchengütern der „neuen“ Bewohner von Kammin auch einige alte Schätze aus der Vorkriegszeit.

Besonders schön ist ein altes Fenster mit deutscher Inschrift und ein Chorgestühl mit altdeutscher Inschrift zur Nächstenliebe. Da Arne kein Sütterlin etc lesen kann, habe ich ihm die Inschriften vorgelesen. Da gab es ein paar erstaunte Blicke für uns und einige haben sogar versucht zuzuhören, was ich lese. Verstanden hat das vermutlich keiner.

   
    
    
    
 
Auch ein Besuch des einzigen nahezu vollständig erhaltenen gotischen Kreuzgang in Pommern sollte nicht ausgelassen sein!

Man erreicht ihn durch den Dom und dort durch den Seitenausgang (ebenso 2 Zl pro Person).

Im Kreuzgang wird das vor einigen Jahren reparaturbedürftige ehemalige Turmkreuz ausgestellt. Bei dessen Abbau fand man im Kreuz eine Hülse mit einer in Sütterlin geschriebenen Karte. Es wird der Ablauf des Kreuzbaues vor dem Krieg sowie die beteiligten Handwerker aufgelistet! Was für ein spannender später Fund.

   
    
 
Im Kreuzgang selbst finden sich alte Grabplatten mit deutscher Inschrift, ein Brunnen in einem leider gar nicht gepflegten Garten und vor allem eines: wunderbare Stille!

   
    
    
    
    
   
Natürlich haben wir auch die wunderbare Kirche nicht vergessen:

   
    
    
  Die Orgelkanzel – Bemalung auf der Unterseite

 
    
 
Neben dem Ausgang befinden sich rechts- und linksseitig alte Chorgestühle. Die Farbe wurde vermutlich entfernt, aber man kann alte lackierte Schriftzüge nachlesen mit Namen. Ich werde versuchen, die Bilder zu bearbeiten und lesbar zu machen.

Gegenüber vom Dom ist noch der alte Bischofssitz. Das darin befindliche Museum haben wir nicht besucht.

   
    
 
Entlang des weiteren Weges befinden sich bis auf seltene Ausnahmen neuere Häuser.

  
Schließlich gelangt man zum hüschen Rathaus.

   
    
 
Daran vorbei geht es zum letzten erhaltenen großen Tor der Stadt von ehemals fünfen – dem Wolliner Tor. Das Museum darin haben wir ebenso nicht besucht.

   
    
 

Noch einmal geht es an der Stadtmauer entlang für eine Pause mit Blick auf den Bodden.

   
   
 

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