Socken 01/2016

Das erste Paar in 2016! 
   

  

Da mich die Bumerangferse fast in den Wahnsinn getrieben hat (eine Seite hatte immer Löcher) und Holländer-, Herz- und wie sie noch alle heißen -Fersen nie vernünftig saßen, hab ich der Easy-Ferse eine Chance gegeben. Die Ferse ist in den Rückreihen rechts gestrickt und wirklich easy und flott gemacht. Vorbei die Zeit, wo ich ab kurz vor der Ferse keinen Bock mehr hatte!

Hat man fertigen Socken unangezogen in der Hand, sieht die Wurmform etwas seltsam aus, aber sie sitzen spitze.

Das Sockenbrett stammt von www.Wundervoll.biz. Entweder über deren Webseite oder  über die Firmenseite auf Facebook zu bestellen.

Die Anleitung stammt aus einem Heftchen, das ich bei einem großen Online-Versand bestellt habe, weil es das hier vor Ort nirgendwo gab.

Groß Justin (Gostyn)

Geschichte
Groß-Justin liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich von Cammin und nur wenige Kilometer südlich des Küstenortes Poberow (Pobierowo).
Der Ort wird im 14. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Später befand sich der Ort ab dem 15. Jahrhundert bereits im Lehen des Adelsgeschlechtes „Von Brockhusen“.

Dem Ort selber wurden unter Anderem noch die Wohnplätze Auf der Heide,Knurrbusch und Johannistal zugerechnet.

Bis 1945 gehört der Ort aufgrund seiner Lage zum Kreis Cammin.

Bereits im 19. Jahrhundert gab es einen hohen Anteil von Altlutheranern in Groß-Justin. So verwundert es kaum, dass es im Ort zwei Kirchen gab:
– heute noch erhalten und als katholisches Gotteshaus genutzt ist die ehemalige altlutherische Kirche
– die evangelische Kirche wurde abgerissen, sie befand sich im Ortskern.

Ahnenforschung in Groß-Justin: 
Für den Ort sind keine Kirchenbücher erhalten geblieben. Sie gelten seit 1945 als verschollen. Zur Gemeinde gehörten die Orte Groß Justin, Damerow, Klein Justin, Knurrbusch, Redlingsfelde/Aschersruh, Riebitz und Zoldekow sowie das in der Nachbarschaft befindliche Dresow, welches bereits zum Kreis Greifenberg gehört.

Einen Ansatzpunkt bietet allerdings das erstellte Ortsfamilienbuch unter http://www.online-ofb.de/gross_justin/.

Groß-Justin damals
Die alte lutherische Kirche ist leider nicht erhalten geblieben. Zunächst ausgeplündert in den Kriegswirren, verfiel die Kirche nach dem Krieg, bis sie schließlich abgerissen wurde. Heute erinnert eine Marmorplatte im Vorraum der erhaltenen ehemalig altlutherischen Kirche an das zweite Gotteshaus des Ortes. Einen Eindruck über Ihr Aussehen geben die folgende erhaltenen Bilder wieder:

Bildquelle: http://www.online-ofb.de/gross_justin/

Bildquelle: http://www.online-ofb.de/gross_justin/

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hphotos-xtp1/v/t1.0-9/1461667_1421874614708996_843952440_n.jpg?oh=32676086470b857e3002a40979cdb7af&oe=564E9924

Die früher noch vor der ehemals altlutherischen Kirche befindliche Schule ist mittlerweile auch nicht mehr vorhanden, sodass der Blick auf das jetzt katholische Haus geöffnet ist.

Bildquelle: Facebook-Seite Gostyn (https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo)

Bildquelle: Facebook-Seite Gostyn (https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo)

Blick vom heute katholischen Friedhof auf die ehemals altlutherische Kirche:

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

 

Groß Justin später und heute
Der alte Friedhof rund um die lutherische Kirche verfiel ebenso zusehends. Noch Ende der 90er Jahre konnten man allerdings die aufgetürmten Grabsteine sehen.

Bildquelle: http://www.cammin-pommern.de/Kirchspiel%20Gross-Justin.htm

Als das Grundstück im Juni 2010 an einen „Investor“ verkauft wurde, hat dieser kurzerhand das Grundstück mit Baggern bearbeiten lassen. Planmäßig sollte an dieser Fläche ein Gasthaus sowie Ferienhäuser entstehen. Die zuständigen örtlichen Behörden sahen in dieser geschichtsträchtigen Nutzungsänderung zunächst keinerlei Probleme.

Die Anwohner des Ortes waren entsetzt und haben die in der Region außerhalb der Sommersaison nur schwach vertretene Polizei um Hilfe gebeten. Leider konnte nicht mehr verhindert werden, dass ein großer Teil der ausgebaggerten Gebeine im nahegelegenen (Bade-)Ort Pobierowo (ehemals Poberow) auf einer wilden Müllkippe abgeladen wurden.

Zwar ermittelte seinerzeit die Polizei zum Vorgang eine Ergebnis ist aber nicht mehr öffentlich geworden. Einzelne Gebeinreste wurden durch die Anwohner mittlerweile in zwei Grabstellen auf dem Friedhof der mittlerweile katholischen Kirche bestattet. Diese sind zu finden, indem man den Friedhof vom Parkplatz (nicht vom Kirchhof aus!) durch das Tor betritt und gleich rechts am Zaun entlang geht. Es handelt sich um Erdhügelgräber mit Holzkreuzen!

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Die Grabstellen bevor und nachdem wir sie ein wenig gepflegt haben.

Seit dem Debakel um die wilde Entsorgung der Gebeine liegt das Grundstück und damit das Bauvorhaben brach in der Ortsmitte, gegenüber der Straße nach Schwirsen (Swierzno).

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In alten Plänen ist darüber hinaus auch ein weiterer Friedhof an der Straße Richtung Schwirsen eingezeichnet. Anwohner haben uns davon erzählt, dass dieser Friedhof kurz nach dem Krieg noch existiert habe. An der Stelle an der sich damals wie heute ein kleiner Kastanienwald befindet, konnte wir leider keine Überreste mehr feststellen.

gr_justin_ortsplan

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo // oben rechts: ehem. altluth. Kirche m. Friedhof Kreis: ehem. luth. Kirche m. Friedhof unten: Friedhof (Konfession unbekannt)

Groß-Justin vor dem Krieg:  rot: alte Werkzeugmacherei gelb Punkt: alte (Dorf-)Schmiede [es gab eine zweite auf dem Gut!], direkt daneben befand sich die Molkerei grün: altlutherische Kirche blau: lutherische Kirche türkis: Friedhof

Groß-Justin vor dem Krieg:
rot: alte Werkzeugmacherei
gelb Punkt: alte (Dorf-)Schmiede [es gab eine zweite auf dem Gut!], direkt daneben befand sich die Molkerei
grün: altlutherische Kirche
blau: lutherische Kirche
türkis: Friedhof


Auch auf dem ehemaligen altlutherischen Friedhof sind noch alte Grabsteine auffindbar. Ob es sich dabei um Fundstücke aus 2010 handelt, die dort in einer Ecke des Friedhofes abgeladen wurden oder um ehemals altlutherische Gräber, konnte uns vor Ort leider niemand mitteilen.
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Einige Grabsteine konnten wir lesen bzw. die Schrift sichtbar machen (siehe auch Daten unter „Zufallsfunde“ am Ende dieses Berichtes!):
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Das ehemalige Herrenhaus wurde äußerlich gut erkennbar aufwändig saniert und wird heute als Schule genutzt.

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

Bildquelle: Facebook-Gruppe Gostyn; https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

Wer sich für die detaillierteren Berichte über unsere Besuch in Groß-Justin interessiert, der folgt bitte diesen Links: 
Freude und Enttäuschung so nah beieinander (Dresow)
Groß Justin die erste, zweite und …
Zwei letzte Gräber in Groß Justin (Gostyn)

Tipp:
Wer über ein Facebook-Account verfügt sollte unbedingt die Bilderseite des Ortes besuchen. Dort werden liebevoll alte aufgefundene Bilder, Ortspläne aber auch Collagen „vorher-nachher“ vom selben Ort bereit gestellt. Ein wirklich lohnenswerter Besuch!
https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

Zufallsfunde:
Folgende Namen und Zuordnungen habe ich im Rahmen der Suche zufällig entdeckt:
– Hindenburg-Apotheke Groß Justin, Inhaber H. Beyer (es gab eine Filiale in Dievenow)
– Hindenburg-Apotheke Groß Justin, Inhaber O. Brenning
– Grabstein: „Hier ruht in Gott unser liebes Söhnchen & Brüderchen Lothar ZUBKE, *26.12.1938, +29.7.1941“
– Grabstein: „Hier ruht in Gott Anna LAATSCH aus Riebitz, *3.6.1892, +2.3.1938. Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn.“
– Grabstein „Hier ruht in Gott unsere liebe Mutter Emilie HEUER geb. KÖPSELL aus Knurrbusch. *3.1.1856, +26.4.1938“
– Grabstein „Hier ruhen in Gott: Wilhelm STARK1.5.1863, +30.5.1938; Bertha STARK geb. ARNDT, *26.3.1859. Ap.Gesch.14.22“

Quellen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gosty?_(?wierzno)
[2] http://gemeinde.gross-justin.kreis-cammin.de
[3] http://www.online-ofb.de/gross_justin/
[4] https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2010/gebeine-toter-deutscher-auf-muellkippe-entsorgt/
[5] https://phinau.de/jf-archiv/archiv10/201030072324.htm
[6] http://www.cammin-pommern.de/Kirchspiel%20Gross-Justin.htm
[7] https://www.facebook.com/gostyn.szczecinski?fref=photo

Ortsliste

Hier liste ich (nach und nach) alle Orte auf, in denen ich nach Vorfahren oder deren Nachkommen suche. Die einzelnen Ortsnamen sind zumeist zu einem Artikel über den Ort verlinkt.

In this article I am going to list all cities in which I search for ancestors or their descendants. The individual place names are linked to an article about the place.

Pommern (Pomerania)
Behlkow (Bielikowo)
Cammin (Kamien Pomorski)
Dadow (Dziadowo)
Deutsch Pribbernow (Przybiernowko)
Dresow (Drezewo)
Grandshagen (Grady)
Groß Justin (Gostyn)
Groß Zapplin (Czaplin Wielki)
Gummin (Gabin)
Gumminshof (Miroslawice)
Gumtow (Chometowo)
Hoff (Tresacz)
Horst (Niechorze)
Klein Zapplin (Czaplin Maly)
Ninikow (Ninikowo)
Pustchow (Pustkowo)
Rensekow (Rzeskowo)
Rewahl (Rewal)
Schleffin (Sliwin)
Tressin (Trzeszyn)
Wangerin (Wegorzyn)
Wefelow (Wlewo)
Woedtke (Gorzyce)
Zedlin (Sadlno)
Zirkwitz (Cerkwica)

Wefelow (Wlewo)

Das alte Gut wird heute wie damals (wieder) mit Pferdezucht bewirtschaftet. Die Anlage scheint modern und gut ausgestattet!

Die alten Gebäude sind teilweise betrieblich genutzt und die Wohnhäuser scheinen alle bewohnt und teilweise renoviert.

In Wefelow genießt man Ruhe, den Blick auf den aufgestauten See und Kaffee bei Freunden! Danke für Eure Gastfreundschaft!

   
    
    
 
Das alte Gutshaus von allen Seiten – sehr aufwändig restauriert!

   
    
Hinter dem Gutshaus nur noch Wiesen und Weiden.

    
    
    
    
    
   

Zwei letzte Gräber in Groß Justin (Gostyn)

Wir waren bei Wanda in Groß Justin (unsere gute Seele, die beim ersten Besuch vom Priester empfohlen wurde und so toll geholfen hat) um uns zu verabschieden und ihr nochmals für ihre große Hilfe zu danken. Es war erneut ein sehr nettes Gespräch mit ihr und sie hat sich viel Zeit für uns genommen.

Im Gespräch erzählt sie uns von den anderen Friedhöfen in Groß-Justin. Einen soll es an der Straße nach Schwirsen (Swierzno) gegeben haben. Links der Straße in einem Kastanienwald. Zumindest soll er kurz nach dem Krieg noch dort gewesen sein. Leider konnten wir ihn nicht finden (wohl aber die Kastanien).

Der zweite war der der alten evangelischen Kirche. Leider bestätigt sich die Geschichte, dass ein Grundstückskäufer diesen hat ausbaggern lassen und die Gebeine vermutlich in Pobierowo auf einer Müllkippe wieder gefunden wurden. Alte Steine soll es dort schon länger nicht mehr gegeben haben.

Das Bauvorhaben ruht nicht nur wegen der Anzeige bei der Polizei sondern auch auf Drängen der Bürger von Groß Justin.

Das Grundstück ist seit 2010 daher brach liegend.

   
    
 
Da die alte Kirche auf einer Art Wall stand, befindet sich noch sehr viel Erdreich auf dem nicht kleinen Grundstück.

Von den Verstorbenen wurden Gebeine auf den Friedhof von Groß Justin umgebettet. Zwei kleine unscheinbare Gräber, die wir beim ersten Besuch des Friedhofes glattweg übersehen hatten.

Erst mit dem Hinweis von Wanda haben wir die gefunden.

Betritt man den Fruedhof vom Parkplatz und nicht vom Kirchhof aus gleich rechts am Zaun.

   
 
Offenbar hatten andere vor uns auch den Hinweis, Glück beim Suchen oder Ortsansässige haben den Gräbern in den letzten Jahren Schmuck zukommen lassen.

Freilich, ein wenig Pflege könnten sie schon noch vertragen!

Und so haben wir am letzten Abend um neun Uhr den Unbekannten Toten – vielleicht sogar den eigenen Ahnen – noch ein wenig Ehre erwiesen und sauber gemacht.

Eine Harke gab es am Friedhof, Kerzen hatten wir ohnehin für alle Fälle dabei ebenso wie Arbeitshandschuhe. Tja und für den Rest mussten die Hände her.